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Erdbeer-Schoggi-News 3/2019

Die Veröffentlichung dieses Artikels ist lediglich als
Information gedacht, was im Bereich der Fleisch-
Alternativen alles entwickelt wird (es soll in keiner Weise ein „Für oder Gegen“ Fleisch sein):

70 Milliarden Tiere werden pro Jahr geschlachtet. Doch nun stellen pflanzliche Burger und Laborfleisch die Foodindustrie auf den Kopf

Leonardo DiCaprio ist im richtigen Film. Der Star von «Titanic» und «The Wolf of Wall Street» stieg 2017 bei Beyond Meat als Risikokapitalgeber ein. Nun ist der Hersteller von pflanzlichen Burgern und Würstchen seit knapp zwei Monaten in New York kotiert und nach einer Versechsfachung des Kurses 10 Milliarden Dollar wert.

 

Die Würde der Tiere

Wichtigster Treiber der Bewegung ist das Tierwohl. Immer mehr Menschen lehnen es ab, dass Tiere, die – so weiss man heute – wie Menschen Angst, Schmerz, Trauer und Freude empfinden, getötet werden müssen, nur damit wir in ein Stück Steak beissen können.

Die Zeichen stehen also auf Veränderung. «Garden Gourmet ist für alle, die Alternativen zum Fleisch suchen», sagt ein Nestlé-Sprecher. Und bei McDonald’s Deutschland, der den Incredible Burger von Nestlé als «Big Vegan» anbietet, heisst es: «Der vegane Burger soll den Geschmack aller McDonald’s-Liebhaber treffen.» Und: «Wir greifen damit gezielt den weitreichenden Trend auf, gelegentlich auf tierische Produkte zu verzichten.»

Damit ist klar: Die neuen Produkte richten sich nicht nur an die immer noch kleine Minderheit von Veganern und Vegetariern. Die Hersteller haben die viel grössere Gruppe der Flexitarier im Auge; also jene, die zumindest gelegentlich auf Fleisch von Tieren verzichten wollen.

Raus aus der Nische, heisst die Devise. Das zeigt sich beim zweiten grossen Fleischersatztrend, dem Laborfleisch. Dutzende von Startups tüfteln weltweit an Verfahren, um Fleisch zu «züchten», also aus einigen wenigen tierischen Muskelzellen künstlich Fleisch herzustellen. Ganz vorne mit dabei beim kultivierten Fleisch: die Schweizer Grossverteiler Migros und – über Tochter Bell – Coop.

Bell beteiligte sich Mitte 2018 an der niederländischen Mosa Meat. Das Startup hat ein Verfahren entwickelt, um Rindshack im Labor herzustellen. Coop-Konkurrent Migros kaufte sich diesen Mai bei Aleph Farms ein; das israelische Startup kann – zumindest im Labor – aus einer Probe jeglicher Muskelzellen das entsprechende Fleisch herstellen.

 

Der Clou

Kultiviertes Fleisch ist kein Fleischersatz, sondern richtiges Fleisch – nur dass für dessen Herstellung kein Tier getötet werden muss. Es trägt der Tatsache Rechnung, dass die meisten Menschen nun einmal gerne Fleisch essen. «Der Mensch mag gebratenes Blut», sagt Urs Niggli, Direktor der Forschungsanstalt für biologischen Landbau (Fibl) und einer der renommiertesten Biowissenschafter der Welt. «Das steckt tief ins uns drin und stammt vermutlich noch von unserer Zeit als Sammler und Jäger her.»

 

Der in den USA erfolgreiche vegane Burger von Beyond Meat kommt in die Schweiz. Mit an Bord beim US-Startup ist Microsoft-Gründer Bill Gates

Den pflanzlichen Burger des amerikanischen Labels Beyond Meat, der schmeckt und aussieht wie das Original aus Rindfleisch, gibt es nun auch in der Schweiz. Das Restaurant Helvti Diner, welches in der Stadt Zürich drei Lokale betreibt, lanciert die hippe Burgermarke aus den USA nun auch in der Schweiz.

Damit möchte Helvti Diner dem Trend zur nachhaltigen Ernährung gerecht werden. Ab sofort wird der hippe Burger als Menu in den drei Restaurants angeboten. Der für Fleisch bekannte Helvti Diner brauchte etwas Überwindung, um den veganen Burger ins Angebot zu nehmen: «Als fleischverwöhnte Geschmacksfetischisten waren wir gegenüber dem Pflanzen-Burger äusserst skeptisch. Wir wurden aber eines Besseren belehrt», sagt Helvti-Chef Christian Kramer.

Der Burger wird im Restaurant neben den anderen Menüs angeboten. Er soll 19,90 Franken kosten und bewegt sich damit in der oberen Preiskategorie. Das Beyond Meat enthält kein Soya und keine Gluten und ist ein eigenständiges Produkt, das von Helvti-Diner angeboten wird. 

 

Uns werden also in den nächsten Jahren sehr viele interessante neue Produkte erwarten. Bleiben wir gespannt.

 

 

Quellen:

https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/beyond-meat-und-co-die-neue-lust-auf-vleisch#

https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/pflanzen-burger-beyond-meat-kommt-die-schweiz