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2/2018

GLUTEN unter Verdacht

Ist es wirklich gesünder, wenn ich glutenfreie Produkte esse?

 

Der Hype um glutenfreie Produkte ist ungebrochen, und viele Konsumenten kaufen diese bevorzugt ein, im Glauben, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun. Dabei leidet laut Schätzungen lediglich etwa 1 % der Schweizer Bevölkerung an Zöliakie. Bei diesen Personen führen bereits kleinste Mengen an Gluten zur Schädigung der Dünndarmschleimhaut mit Auswirkungen auf die Resorption verschiedenster Nährstoffe und Begünstigung weiterer Folgekrankheiten. In diesem Fall ist bislang die einzig wirksame Massnahme gegen Verdauungsbeschwerden und Mangelernährung die konsequent glutenfreie Ernährung.

Laut aktuellem Wissensstand bringt aber eine glutenfreie Ernährung für Gesunde keinerlei Vorteile. Es wird sogar über potentielle Nachteile diskutiert. Denn wer auf Gluten verzichtet, meidet zwangsläufig auch wertvolle Vollkornprodukte, die als Lieferanten von Nahrungsfasern, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen dienen. Sofern Sie also nicht an einer diagnostizierten Zöliakie oder an einer Gluten-Sensitivität leiden, ist eine glutenfreie Ernährung nicht zu empfehlen. (Quelle: Informationsdienst Nutrinfo der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung, Tabula 1/2018)

 

Wie gehen Sie aber vor, wenn Sie den Verdacht haben, an einer Zöliakie zu leiden?

Hierzu eine kurze Geschichte:

Wie sich Gluten im Bauch anfühlt, weiss Nicole (Name geändert) nur zu gut. Sie war dauernd müde und hatte Durchfall, seit sie von zu Hause ausgezogen war. „Weil meine Mutter Zöliakie hat, dachte ich, ich habe dasselbe“, sagt Nicole. „Mangels besseren Wissens probierte ich es einfach aus - ohne Diagnose.“ Mit der glutenfreien Ernährung verschwanden die Symptome. Zwei Jahre später wollte Nicole es trotzdem wissen. Sie ging zum Darmspezialisten und bat ihn, sie auf Zöliakie zu testen. Allerdings war dies nicht mehr möglich, weil sie sich glutenfrei ernährte. Dann sind auch bei einem Zöliakie-Patienten weder Antikörper gegen das Gluten vorhanden, noch ist die Darmschleimhaut beschädigt. Deshalb musste Nicole einen Stresstest machen, indem sie während 16 Wochen täglich mindesten 16 Gramm Gluten essen musste, was der Horror war. (Quelle: Tabula Nr. 1/2018)

Diese Geschichte soll verdeutlichen, dass Sie sich bei einer reinen Vermutung nicht einfach so glutenfrei ernähren sollten, da danach keine aussagekräftige Diagnose mehr gestellt werden kann. Zudem fehlen Ihnen dadurch wertvolle Inhaltsstoffe und Sie belasten Ihr Portemonnaie vielleicht unnötigerweise.

 

 

Diagnosemethoden durch den Arzt:

Zöliakie:

· Gentest auf HlA DQ2 und DQ8

· IgA und IgG-Antikörpertest

· Dünndarmbiopsie

Gluten-Sensitivität:

· Eine Diagnose für die Gluten-Sensitivität gibt es nicht. Ein Provokationstest könnte jedoch einen Hinweis darauf geben

Weizenallergie:

· IgE-Antikörpertest

· Haut-Pricktest

· Für eine eindeutige Diagnose braucht es mind. einen der beiden Tests sowie Allergiesymptome

Leiden Sie unter belastenden Magen-Darm-Beschwerden? Rufen Sie mich an. Wir finden zusammen einen Weg!

© Praxis für Ernährung / Clivia Rohner